Schöne Kritik aus dem Jahr 2014

2017

Kritik zu 'Die Dicke - spielt Medea' gefunden. Gespielt hatte ich 2014 in Dresden.

'Le Grand Bleu', Schaubudensommer Dresden

Dresdner Neue Nachrichten schreibt über ‚Die Dicke – spielt Medea‘

Im Sommer 2014 habe ich meine Produktion ‚Die Dicke – spielt Medea‘ auf dem Schaubudensommer in Dresden zeigen können. Heute entdeckte Carsten eine schöne Kritik über dieses Gastspiel dort.
Ausschnitt aus dem Artikel „Fast zu gut für Kleinkunst: Der Dresdner Schaubudensommer hat 15 000 Besucher angezogen“ vom 10.08. 2014

[…]Weniger lustig ging es im Zelt der Hallenserin Julia Raab zu. Die Schauspielerin zitierte in „Die Dicke spielt Medea“ die klassische griechische Mythologie mit einer auf Ekel, Mief und Müll fußenden Ästhetik. Die Dicke, ein Stereotyp des Abstiegs mit fettigen Haaren, aufgequollenem Gesicht, dreckigem T-Shirt, Handwagen und Wasserbeinen, sitzt auf einem 80er-Jahre-Plastikstuhl und kramt eine Aldi-, Aldi-Süd- und Norma-Plastiktüte nach der anderen aus ihren Taschen. Drin sind Relikte aus dem Leben der Abgeschriebenen. Puppen, die für die Kinder stehen. Ein Sakko des – vielleicht verstorbenen – Ehemannes, das die Dicke mit Inbrunst, aber ohne echten Lustgewinn an ihrem Schritt reibt. Versuche der Reaktivierung eines Lebens, das lange Geschichte ist.

Das Publikum hatte teils Probleme mit dem halbstündigen Stück. Bot doch Raab mit ihrem fast schon pantomimischen Spiel keine Gassenhauer im Minutentakt. Es ist schwer, sich für oder gegen das Lachen zu entscheiden, wenn die Dicke, die einem morgen als Stereotyp auch auf der Prager Straße begegnen könnte, ihr Hemd hebt und die Puppen umständlich in ihrem ausladenden Bauch vergräbt, um sich noch einmal wie in anderen Umständen zu fühlen. Traurig, tragisch und lustig zugleich – echtes Theater. […]

 Szenenfoto 'Die Dicke spielt Medea'; Foto: Oliver Röckle, Stuttgart

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