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Zum zweiten Mal in Husum

Szenenfoto 'Die Dicke - spielt Medea'

Bei den 31. 'Pole Poppenspäler Tagen' habe ich meine 32. Vorstellung von 'Die Dicke - spielt Medea' gespielt.

31. Pole Poppenspäler Tage in Husum

Am letzten Wochenende war ich mit ‚Die Dicke – spielt Medea‘ in Husum. Im Rahmen der 31. Pole Poppenspäler Tage konnte ich zum 32. Mal meine Bachelorinszenierung zeigen. Das zehntägige Festival in Nordfriesland gibt es schon seit 31 Jahren und wird vom Pole Poppenspäler Förderkreis, einer Gruppe engagierter Husumer und Husumerinnen, der älteren Generation, organisiert und ausgerichtet.

Im letzten Jahr bin ich schon mit der ‚Dicken‘ als Walkact zur Festivaleröffnung in der Husumer Innenstadt unterwegs gewesen. Die Begnungen mit Passanten in dieser Stadt waren unglaublich spannend.

Leider waren die Begegnungen in diesem Jahr ganz anders ’spannend‘.

Es gab einige Unklarheiten bzgl. des technischen Aufbaus, die nicht so einfach geklärt werden konnten. Spannungen auf beiden Seiten, Veranstalter und Künstler, erschwerten zuweilen den Bühnenaufbau. Als allerdings die Vorstellung um kurz nach 19:00 Uhr zu Ende war und die 120 Zuschauer applaudierten und mir ‚Bravo!‘ zuriefen, war aller Ärger schnell verflogen. Am Ende waren alle zufrieden. Und für ein nächstes Mal hat jeder, ich für meinen Teil kann das sicher sagen, wieder was dazugelernt.

Schöne Ankündigung

Leider konnte ich die Ankündigung meiner Vorstellung nicht selbst hören, da ich schon als ‚die Dicke‘ vor dem Saal auf meinen Auftritt wartete. Carsten erzählte mir von der sehr schönen Ankündigung und Frau Zimmermann vom Pole Poppenspäler Förderkreis übergab uns später ihren Text. Sie kündigte ‚Die Dicke – spielt Medea‘ mit folgenden Worten an:

Im Artikel 1 unseres Grundgesetzes steht: “ Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

In Deutschland leben laut Statistik geschätzt 284.000 Obdachlose, das heißt, sie verfügen über keinen festen Wohnsitz und übernachten im öffentlichen Raum, in der Natur oder in Notunterkünften. Oft als Penner oder Bettler beschimpft fristen sie ihr Dasein am äußersten Rand unserer Gesellschaft. Arbeitslosigkeit, Scheidung und Gewalt sind hierfür häufig Ursachen.

Nicht jeder zerbricht an seinem Schicksal und doch gibt es Menschen, die genau das tun. Sie kommen einfach nicht mehr klar, ziehen sich zurück, verlieren alles. Nur noch die Erinnerungen und das, was sie am Leib und in ihren vielen Taschen und Plastiktüten tragen, sind ihnen geblieben. Und wie sieht es mit ihrer Würde aus? Im Gesetz heißt es nicht, die Würde des Menschen ist nur unter bestimmten Vorraussetzungen oder nur mit Arbeit und fester Wohnung unantastbar.

Julia Raab spielt so eine Obdachlose. Mit dieser Inszenierung hat sie ihr vierjähriges Studium abgeschlossen, es ist ihre Bachelorarbeit. Als ‚die Dicke‘ war sie bereits im vergangenen Jahr während unseres Festivals als sogenannter Walkact unterwegs und hat viel Aufsehen erregt.

Wenn wir Obdachlosen im Alltag begegnen, sehen wir oft weg, trauen uns nicht hinzusehen oder bemerken sie noch nicht einmal. Manchmal ist es uns auch einfach egal. Und nun sind wir hierher gekommen und haben sogar Eintritt bezahlt, um einmal ungeniert hinsehen zu können. Und genau das müssen wir auch tun, denn es ist ein Spiel ohne Worte. Es ist das berührende Portrait einer gesellschaftlichen Randfigur und es sind beeindruckende Szenen aus ihrem Leben. Und während wir zusehen, bedenken wir: “ Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Ruth Zimmermann, Pole Poppenspäler Förderkreis Husum

Vielen Dank

Vielen Dank an den Festivalleiter, Reinhard Jablonka, für die fotographischen Eindrücke meiner Aufführung im Schloss vor Husum.

Szenenfoto 'Die Dicke - spielt Medea'

Figurenspielerin & Theaterpädagogin

Julia Raab

In Halle (Saale) bin ich seit 2013 zu Hause.

Im Atelier fiese8 arbeite ich an neuen Figurentheater-Produktionen, Lesungen, Figuren & Objekten.

Mit meinen Produktionen bin ich im In- und Ausland unterwegs auf Festivals und auf Gastspielreise.

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Wie Julia Raab dem Schicksal einiger weniger Menschen mit bewusst bescheiden gehaltenen darstellerischen Mitteln nachgeht und dabei doch einen Bogen über das große Ganze zieht, ist beeindruckend. […]

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