Maskenbau mit angehenden ErzieherInnen

2016

24 SchülerInnen der Johanniter-Akademie in Leipzig habe ich in einem zweiwöchigen Projekt Masken bauen und Szenen entwickeln lassen.

Seit Herbst 2014 arbeite ich an der Johanniter-Akademie Leipzig (Bildungsinstitut Mitteldeutschland) als Gastdozentin. Ich vermittle angehenden Erzieherinnen und Erziehern in ihrer Berufsausbildung (figuren-)theaterpädagogische Methoden, Spiele und Übungen aus der theaterpädagogischen Praxis.

Bisher habe ich die Figurentheaterform ‚Objekttheater‘ in einem Seminar von 24 Unterrichtseinheiten vermittelt.

Im Januar 2016 hatte ich das erste Mal die Chance im Rahmen der Berufausbildung an der Johanniter-Akademie Leipzig ein zweiwöchiges Projekt zu konzipieren.

Ich habe das Konzept für ein Projekt zum Thema Maskenbau und -spiel entwickelt.

In der ersten Woche haben die Teilnehmenden eine Maske modelliert, kaschiert, bemalt und gestaltet.
In der zweiten Woche haben wir uns mit Übungen und Methoden beschäftigt, um ins Spiel mit der Maske zu kommen.
Am Ende der zwei Wochen präsentierten die Auszubildenden in einer 30-minütigen Szenencollage mit dem Titel ‚GESICHTSLOS‘ szenisch ihre Masken.

Maskenprojekt Mit SP03 14 Johanniter Akademie (17)

Erste Woche – Maskenbau

1. Tag – In Ton modellieren

Am ersten Tag des zweiwöchigen Projekts starteten wir damit, dass alle ihren Arbeitsplatz in der Werkstatt einrichteten, d.h. die Tische mit Zeitungspapier auslegen, Gipsgesichter auspacken und vor sich bereit legen, evtl. etwas erhöhen z.B. mit einem Stück Holzlatte. Dann wurde der Ton ausgeteilt.

Nachdem alle etwa 3 kg Ton zum modellieren vor sich liegen hatten, war zunächst die Aufgabe ihren Gipsabdruck nach und nach mit Ton zu bedecken. Jedem sollte klar bleiben, wo Augen, Mund und Nase sitzen. Dann begann jeder und jede ihr Gesicht zu verformen – z.B. eine extrem spitze Nase zu modellieren oder sich ein langes und breites Kinn zu verpassen.

In Ton modellierte Maske von Silvia

Einige hatten sich zuvor konkrete Gedanken über die Form und Gestaltung ihrer Maske gemacht und brachten sich eigene Zeichnungen oder Fotos von Gesichtern mit.

Solch eine Vorlage kann hilfreich sein. Aber auch ohne Vorlage und genaue Vorstellung kann das modellieren Freude bereiten, weil etwas aus den formenden Händen entsteht, dass man gar nicht erwartet.

2. Tag – Kaschieren

Am zweiten Tag stellten die Teilnehmenden ihre Masken in Ton fertig, d.h. sie machten den Feinschliff beim Modellieren.

Und dann ging es ans Kaschieren. Insgesamt haben wir fünf Schichten aufgetragen. Die erste Schicht aus Alufolie, damit sich später das Papier besser vom Ton trennt. Danach folgen vier Papierschichten. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher rissen Zeitungspapier und Packpapier in kleine Schnipsel und trugen dann Schritt für Schritt die Papierfetzen mit zuvor angerührtem Kleister auf ihre modellierte Ton-Maske.

3. Tag – Papiermaske abnehmen

Nachdem die vier Papierschichten über Nacht trocknen konnten, wagten wir uns daran die Papiermasken vorsichtig abzunehmen.

Stellenweise muss die Papiermaske eingeschnitten werden, damit man sie von der Tonform abhebeln kann. Wir nehmen uns Modellierstäbe zum Hebeln und einen Fön, um noch feuchte Stellen schnell zu trocknen, zur Hilfe.

Papiermaske abnehmenTeilweise muss der Ton vorsichtig aus der Papierform gekratzt werden.

4. Tag – Farbliche Gestaltung

Am vierten Tag des Maskenbau-Workshops ging es an die farbliche Gestaltung der Vollmaske. Zunächst sollten sich alle für einen farblichen Grundton für ihre Maske entscheiden, danach ging es an die detaillierte Bemalung. Alle versuchten sich an der Regel ‚Tiefe Stellen dunkel und hohe Stellen hell‘. Details, wie Augen, Mund und Warzen werden zum Schluss mit einem feinen Pinsel aufgetragen.

5. Tag – Gestaltung von Kostümteilen

Am Freitag, dem letzten Tag der ersten Woche waren die meisten mit der farblichen Gestaltung ihrer Vollmaske fertig und machten sich an die zuvor angedachten Kostümteile – Handschuhe wurden bemalt und gestaltet, Kopfschmuck wurde geklebt, ein Bauch zum umschnallen wurde modelliert, kaschiert und bemalt u.v.a.m.
In der letzten Unterrichtseinheit haben wir alle Masken auf Tische gelegt und die SchülerInnen hatten die Aufgabe zu jeder Maske frei zu assoziieren und dann einige Begriffe auf die zuvor preparierten Zettel zu schreiben.

Die Wörter dienten dem oder der jeweiligen SpielerIn als Unterstützung bei der Charakterfindung.

Assoziationsübung mit Masken; Foto: privat

Wie sich die angehenden Erzieherinnen und Erzieher ans Spiel mit der Maske rangetastet haben, könnt ihr demnächst im Beitrag ‚Maskenspiel mit angehenden ErzieherInnen‘ nachlesen!

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